Donnerstag, 14. Dezember 2017





Radierung auf handgeschöpftem Büttenpapier, 2007, 19 x 19 cm


Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr 
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar 
Und sind des Einsamen Gefährten. 

Da sagt der Landmann: Es ist gut. 
Ihr Abendglocken lang und leise 
Gebt noch zum Ende frohen Mut. 
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise

Es ist der Liebe milde Zeit 
Im Kahn den blauen Fluss hinunter 
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht -
Das geht in Ruh und Schweigen unter. 
              
Georg Trakl (1887-1914) 




Samstag, 9. Dezember 2017




Radierung auf handgeschöpftem Büttenpapier, 2007, 19 x 19 cm



Winternacht 

Verschneit liegt rings die ganze Welt 
Ich hab nichts, was mich freuet, 
Verlaßen steht der Baum im Feld, 
Hat längst seien Laub verstreuet. 

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume, 
Da rührt er seine Wipfel sacht
Und redet wie im Traume. 

Er träumt von künftiger Frühlingszeit, 
Von Grün und Quellenrauschen, 
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen. 

Joseph  Freiherr von Eichendorff (1788-1857)

Dienstag, 5. September 2017



'BRAUNES LAND' I-III  

Der Mensch ist nicht grundsätzlich allem Neuen gegenüber positiv aufgeschlossen. Häufig ist das Bewußtsein des Einzelnen dem raschen Wechsel veränderter Wohnsituationen auch nicht gewachsen. Altgewohntes und Bekanntes, welches wir seit Kindesbeinen kennen, sind Orte, an die man sich meistens gern erinnert und wohin wir auch immer wieder zurückkehren. Dazu gehören Altstadtviertel, Straßenzüge und nicht zuletzt Parkanlagen oder Landschaftsgärten. Sie ziehen mehr als ein Gebäude die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich, weil ihre Erfahrungswerte nicht allein vom 'Sehen' ausgehen, sondern all das miteinschließen, was die Welt um sie herum ausmacht: die Geschichte einer Stadt, das Dasein ihrer Bürger und deren Sehnsüchte nach Idylle, Ruhe, Romantik, Alltagsflucht und nach Begegnungen. Jeder Garten will eigentlich ein Garten Eden sein und jede Zeit hat ihre eigenen paradiesischen Vorstellungen. Da, wo die Stadt aufhört oder wo wie sich aufzulösen scheint, besteht eine Chance für die Bevölkerung, ein angenehmeres Leben zu führen. Aber diese Orte sind verletzbar. Denn die Natur samt Mensch und Tier wird zunehmend von hohen Betonschluchten, Brücken, Schnellstraßen und anderen für die Menschheit 'absolut nützlichen' Dingen ins Abseits gedrängt. Nichts bleibt am Ende zurück. Kein Baum, kein Strauch, kein Andenken, keine Erinnerung, sondern Entfremdung. Rolf Friederichs schildert ihre Zerstörung und damit verbunden, die Aspekte des 'Ausgeliefertseins' und der 'Verlorenheit' in seinem 1998 entstandenen Triptychon 'Braunes Land'.  In ihm wird deutlich, dass das einst als selbstverständlich verstandene Wachsen und Gedeihen der Natur mit einem Mal hinfällig und vergänglich sein kann. Der Künstler erschafft 'Schwebezustände' mit Gegenständen aus dem Naturbereich, die ihren groben Umrissen nach nur erahnt werden können. Jedes Bild steht für sich. Der Betrachter braucht sich nicht seitlich jedem einzelnen Werk anzunähern, um die Bilder untereinander in Beziehung zu setzen.


Für den Entstehungsprozess aller drei Werke aber sind zwei Handlungsweisen entscheidend: die großzügige Aufteilung in diagonal oder senkrecht verlaufende Ebenen und deren gegenseitige Abgrenzung durch einen nervös, fahrigen aggressiv-linearen Pinselduktus. Manche Bilder wirken haltlos und endlos, als fehle ihr gestalterischer Schwerpunkt wie in 'Braunes Land I', wo ein diagonal einseitiges Wegenetz die Leinwand von links nach rechts überspannt, als bliebe einem nur der Weg von A nach B oder von C nach D und umgekehrt. Das Auge des Betrachters springt hin und her und findet keine Bestimmung. Zerrissenheit breitet sich aus. ... Die Angst steht im Raum, dass aufgrund rein funktionaler, auf das Essentielle gerichtete innerstädtische Planungen, grüne Zwischenräume, und mit ihnen auch der Garten, völlig aus dem Blickfeld rücken. ...

Spannungsreich liest sich auch das Werk 'Braunes Land II': Schicht um Schicht wirkt der Eindruck gesteinsähnlicher Ablagerungen, Erdwälle oder getrockneter Holzstöße, die ohne Rücksicht auf ihre plastische und gegenständliche Qualität scheinbar übergangslos auf der Bildfläche verteilt wurden. Schlierenartig durchziehen schwarze und weiße aus der Tube gepresste Linien die Bildfläche.  Alles Leben ist gewichen. Das Bild ist wie der Verfall des Schönen, einer einst perfekten, kraftvollen Natur, die nun den Eingriffen der Zivilisation nicht länger standzuhalten vermag. Dabei variiert der Künstler nicht nur die unterschiedlichen Farbwerte, sondern er legt besonderen Wert auf ihre Erscheinungsweisen. 'Schwarz' etwa besitzt eine andere physische Präsenz als 'Braun' und 'Beige'. Der Grafiker bedient sich nicht nur dieser Farbe, sondern er betont ihren Eigenwert, indem er sie unverdünnt, ohne Substanzverlust aus der Tube in mehreren Schichten auf die Leinwand presst. Zum Einen werden Akzente freigesetzt. Gleichzeitig gelingt es Rolf Friederichs durch die reine, reflektierende Oberfläche von 'Schwarz' die Spannung zwischen den Flächenformen aufrecht zu erhalten. Der Betrachter wird Zeuge eines Kräftespieles nahezu gleichstarker Substanzen, welches sich schließlich zugunsten der dunklen Farbtöne auf die rechte Seite des Bildes verlegt. Ein Gefühl der Ohnmacht vermitteln die übereinander und nebeneinander sich türmenden Schichten aus Steinen und Geröll. Reste von Ast- und Strauchwerk sind kaum zu verorten.

Die fast eindimensionale Linienführung der Studien 'Braunes Land II und III' lassen auf den ersten Blick beide Werke zum Verwechseln ähnlich erscheinen. Bei genauem Hinsehen verdichtet sich im dritten Bild nicht nur der Leerraum zwischen den Flächen. Ihre Farbtöne wirken abwechslungsreicher: Ein warmer dunkler Grauton im Wechsel mit Orange- und Rosttönen beleben die Oberfläche. Ihre Umrisse lassen den Betrachter im Ungewissen, ob er es mit Abstraktionen oder realen Dingen der Natur zu tun hat. Manches erinnert an Herbstlaub, an Äste und Zweige. Mit einem rasanten fast hektischen Pinselstrich sind die Arrangements so angeordnet, dass der Eindruck entsteht, der Künstler sei selbst das Opfer einer plötzlich einbrechenden Naturgewalt, deren Ausgang er selbst nicht einzuschätzen vermag. Dann wieder schieben sich helle unbehandelt weiße Farbflächen dazwischen. Wie ein Nebel, teils seltsam kreidig und vage breiten diese sich über die Leinwand aus und beginnen alles, was sich ihnen nähert, zuzudecken. - Eine Unfarbe also, die das Ganze auslöschen und im Keime ersticken soll?! Nur an den seitlichen Ausläufern strahlen helle Gelborangetöne. Der Künstler drückt vor dieser optischen Haltlosigkeit seine tiefe Resignation aus. Von dem 'Andenken' ist nichts geblieben. Das schwarzgebräunte Holz zeigt die Zerstörung auf. Vorbei und unwiderbringlich ist alles Leben ausgelöscht. Nicht einmal der Name des Platzes, der sich an jener Stelle befand, hat überlebt. ... Der Betrachter spürt, dass sich in diesem Bild eine malerische Handlung ausbreitet, die keine kalkulierten Brüche, sondern Spuren individueller Willkür aufweist.

Anke Friederichs



'BRAUNES LAND I', 1998, Acryl auf Leinwand, 98 x 118 cm

'BRAUNES LAND II', 1998, Acryl auf Leinwand, 98 x 118 cm

'BRAUNES LAND III', 1998, Acryl auf Leinwand, 98 x 118 cm






Donnerstag, 10. August 2017


'VISIONEN' 1998



Unser Dasein ist einer fortschreitenden Rationalisierung unterworfen. Das Zweckmäßige beeinflusst das äußere Umfeld und beherrscht zunehmend unsere persönliche Intimsphäre. Je enger wir uns eingeengt fühlen, desto mehr drängt es jeden Einzelnen, die auferlegten Zwänge zu durchbrechen, um alternative Lebensformen anzustreben. - Raus aus den übervölkerten Städten, wo grüne Oasen eine Seltenheit sind und Parkanlagen lukrativen Investoren weichen müssen, hin zur unberührten Natur, um nicht an der Beengtheit und Begrenztheit dichtest besiedelter Stadtinnenräume zugrunde zugehen.
  
Dem abstrakten Maler Rolf Friederichs gelingt die Flucht auf rein malerischem Weg. Er genießt das Privileg, sich seine Welt neu zu erschaffen und betrachtet die Kunst als Mittel zur Selbstheilung: Mit einer Malerei, die die eigene Phantasie befügelt und ihn fortträgt in ein Reich, in dem Flüsse unbegradigt, feine Zickzackläufe in die zartgrünen Wiesenauen graben....Wo das reich differenzierte, violett schimmernde Blau an den Glanz südlicher Meere erinnert und weiße Lichter eine glasklare Wasseroberfläche zaubern und den Betrachter tief, bis auf den Grund des Meeres, blicken lassen.

Ist die abstrakte Malerei, weil gegenstandslos, gestaltet oder unterliegt sie im Zweifelsfalle dem Zufall? Friederichs' Werke sind das Gegenteil einer Improvisation aus Linien und Flächen. Sein Pinselstrich ist nicht gefühlsmäßig und willkürlich, sondern präzise und kraftvoll. In unzähligen Aquarellen haben sich im Künstler die Landschaftseindrücke seiner näheren Umgebung verfestigt. Aus diesen 'Seherlebnissen' filtert der Künstler ausschnitthaft Elemente, die die Erfüllung all dessen für ihn beinhalten, was er in Wirklichkeit vermisst. Er selbst nimmt sich halb aus dem Arbeitsprozess zurück, lässt teilweise dem Fluss der Farbe ihren Lauf, um eine Kunst zu schaffen, die halb auf sich selbst gestellt ist und doch Beides in sich trägt: die Natur, ohne sie zu reflektieren und den Künstler, ohne ihn hervorzuheben.

"Die Farbe ist nicht Träger, nicht gesetzt für etwas, sondern Gestalt an sich", beschreibt der Maler Ernst Wilhelm Nay (1902-68) seinen künstlerischen Leitfaden. Auf Rolf Friederichs' Triptychon sind die Farben unterschiedlich in ihrer Form und ihrer Zusammensetzung. Mal präsentieren sie sich nahtlos einfarbig, als an den Seiten  ausgefranste Ebenen, dann wieder quellend, schäumend, rauh wie ein Wasserfall. Auch wenn der Betrachter mit einem ungebrochen, klaren, undifferenzierten Rot konfrontiert wird, wie auf dem mittleren Bild, trügt der Schein des festen Untergrundes. Denn die schwarzen, wie Bleiruten eines Glasfensters auf der Rotfläche lagernden Linien schaffen kleine Unebenheiten und deuten durch ihre instabile Lage darauf hin, dass etwas, das im Werden begriffen ist, noch nicht endgültig Gestalt angenommen hat. Alles bleibt in der Schwebe. Der eigentliche Zeitpunkt einer Verfestigung ist nicht erreicht. - Es ist eine andere Komposition, die den Werdeprozess in seinen wichtigsten Grundzügen darstellt und nicht weiter verkürzt werden kann. Mit  wenigen, sich verdichtenden Pinselstrichen bringt der Künstler das Wesentliche auf den Punkt. - Scharf ist die Polarität von Rot und Schwarz herausgearbeitet.      

Anke Friederichs
 



'Visionen' (1998), Triptychon, Acryl auf Leinwand, je 123 x 100 cm


Freitag, 21. Juli 2017



INFERNO I-III





... Rolf Friederichs möchte den Kräften auf den Grund zu gehen, die maßgeblich für die Erhaltung der Materie veranwortlich sind. Deshalb, sagte er, sei es Aufgabe der Malerei, sich nicht an den Oberflächen der Gegenstände zu orientieren, sondern ihr 'Innerstes' zu ergründen: "Wir müssen die Dinge tiefer sehen, indem nicht wir über sie hinweg, sondern in Sie hineinschauen". Der Künstler malt die Welt anders.
Auf dem Triptychon, 'Inferno' (1999) bleibt Friederichs der  Wirklichkeit durchaus nahe. Aber er schaltet das Gegenständliche aus. Linien und Flächen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Durch Rhythmen, Blitze und Entladungen vermitteln sie uns einen Eindruck von den 'Werdeprozessen', die die Erdkruste durchdringen. Man kann die vielfältigen Bewegungen nachempfinden. Die Palette ist einfach. Rot und Schwarz bilden das bestimmende Kontrastpaar. Beide kommen stark verflüssigt, in transparenten Schichten zum Einsatz: In vollendeten Wogen drängt das Rot zur Mitte des Bildes und entlädt sich wie ein gewaltiger Feuersturm. Das Schwarz hakt sich nur an wenigen Stellen in der Rotmasse fest. Seine felsartig aus der Tiefe ragende Masse kann den Kräften der Rotmasse nicht widerstehen. Zu schwach, sich seiner Gewalt zu widersetzen, zieht es sich zusammen und in sich zurück.
Gewiss, die Farben lösen sich von ihrer beschreibenden Funktion. Es gibt kaum Formen und keine Objekte. Zwischen Intuition und Vernunft hat der Künstler eine Komposition geschaffen, die den 'Werdeprozessen' in ihren wichtigsten Grundzügen nachspürt: Die beherrschenden Farbtöne existieren nicht nebeneinander, sondern bilden ein wechselseitiges Kräfteverhältnis. Farben, Linien und Flächen sind freier, aber ausdrucksstärker und mit einer unfehlbaren Genauigkeit auf die Leinwand geworfen. Sie machen den wesentlichen Gestaltfaktor der Kompostition aus und sorgen dafür, dass der Betrachter nicht außerhalb, sondern in das 'Farbendrama' miteinbezogen wird. Der 'Werdegrund', wie Rolf Friederichs ihn versteht, ist aufwühlend und mitreißend zugleich.  

Der Mystiker Jakob Böhme (1575-1624) hat sich mit der Frage nach der Entstehung und dem Sinn des Bösen intensiv auseinandergesetzt. Er sah in Gott, so sehr er ihn als 'alliebend' schätzte, den Ursprung aller Dinge, auch des Bösen, das zur Schaffung des Guten notwendig ist. Der Mensch, als von Gott erschaffen, lebt in der Polarität des Werdegrundes. Er ist Beides: Dunkel und Licht, Gut und Böse, Liebe und Zorn. Die abstrakte Malerei des 'Werdegrundes', wie Rolf Friederichs sie versteht, nimmt weder auf ein bestimmtes Ereignis bezug noch besitzen die Farben Symbolcharakter. Aber sie bergen Stimmungswerte. Das helle Rot tritt in lebhafter und zugleich gedämpfter Form in Erscheinung. Es ist als Gleichnis jeglichen Werdens - in der Natur, im Menschen, in seiner Geschichte, vielleicht im Weltgrund selbst zu verstehen. 'Schwarz' hingegen wirkt "passiv und stimmt schwermütig". Der Farbton wird allgemein mit Finsternis, Dunkelheit, Abgrund und Hölle gleichgesetzt. Er kann aber auch für 'geistige Blindheit', für die eigene Unzulänglichkeit stehen: Der Mensch, der leichtfertig über das Schöne, über Kunst und Natur hinwegsieht, ohne sich der Konsequenzen seines Handelns bewußt zu sein ...

Anke Friederichs


Inferno (1999), dreiteilige Komposition, Acryl auf Leinwand, je 130 x 90 cm




  

Montag, 26. Juni 2017


..."Meine Bilder", sagte Rolf Friederichs, "entstehen im Kopf. Beim Malen halte ich die Formen fest, die gedanklich als Bild bereits Gestalt angenommen haben". Im Vordergrund einer solchen Malerei steht immer auch das experimentelle Interesse des Künstlers nach Farb-, Licht und Schattenwirkung. Auf dem Gemälde, 'Alpha-Omega', wird die Bildfläche mittels einer das Bild durchschneidenden diagonalen Bogenform dominiert. Harmonisch ausgewogen wirken die angrenzenden Flächen, oben und unten, links und rechts der Bogenform. Der Künstler verliert sich nicht in Einzelheiten, sondern er bevorzugt die große zusammenhängende Form. Die Farben scheinen rein und transparent. Die Weichheit ihres Pinselauftrags wird durch den metallisch harten Linienkontur der Bogenform aufgehoben. ...

Anke Friederichs



'Himmelsbogen', 2003, Acryl auf Leinwand, 120 x 130 cm

 
'Alpha und Omega', 2005, Acryl auf Leinwand, 120 x 130 cm
     

Montag, 19. Juni 2017

ENERGIEFLUSS 



Auf dem Gemälde "Energiefluss" stellt sich nicht die Frage nach dem Verhältnis des Malers zur sichtbaren Natur: Der Künstler experimentiert mit unterschiedlichen Materialien, Chinesische Tusche, Pigment und Acrylfarbe, die er zuweilen direkt aus der Tube auf die Leinwand presst. Ein eigenartig duftiger 'Farbkreis' aus sich verdunkelnden dann wieder aufhellenden Pastelltönen überzieht wirbelartig die Leinwand. Friederichs' Linien und Formen sind nach seinem Gefühl und fast ohne bewußtes willentliches Eingreifen entstanden. Was er auf die Leinwand zeichnet, sind keine Bilder im herkömmlichen Sinne, sondern Ereignisse, weshalb kein Werk dem anderen auch nur annähernd gleicht. Jedes Bild stellt für sich ein Unikat dar. Einen treffenderen Titel wie "Energiefluss" hätte der Künstler kaum wählen können, denn der fließende Rhythmus von Farben und Formen ist beinahe physisch nachvollziehbar: Zarte auf die Leinwand gemalte Linien verbinden sich mit farbigen Flächen, werden schließlich von einem Strudel fortgerissen und verlieren sich im türkisblauen Grund. Wie aus dem Nichts entwickeln sich neue Linien und Flächen, die akzentuierter als die vorhergehenden ausfallen und einer bestimmten Bewegungsrichtung zugeordnet werden können. Im Ganzen betrachtet entsteht der Eindruck einer kreisenden, immer wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkehrenden Figur.   

Anke Friederichs  



'Energiefluss', Acryl und Tusche auf Leinwand, 177 x 192 cm